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Die Kündigung - Tipps und Informationen

09 Juni 2011 22:41 von MAWA

tl_files/standard layout/pics/Kündigung300x200.jpgKündigung - Tipps und Informationen

"Tut mir leid, aufgrund betrieblicher Umstrukturierungsmaßnahmen müssen wir Ihnen leider kündigen! Vielen Dank für Ihre Mitarbeit in unserem Unternehmen und weiterhin alles Gute." So oder so ähnlich kann sich eine mündliche Kündigung eures Abteilungsleiters oder eures Personalchefs anhören. Wohl gemerkt, es handelt sich bei dieser Aussage um eine sehr freundlich formulierte Kündigung, aber unterm Strich ist nur eines Fakt: Ihr habt soeben eine Kündigung erhalten! Sei es als ehrgeiziger Azubi mitten in der Ausbildung oder als Mitarbeiter mit langer Unternehmenszugehörigkeit kurz vor der lang ersehnten Rente stehend, es kann jeden treffen.

Wir alle reagieren unterschiedlich auf eine Kündigung: Die einen erleben solch eine Situation sehr emotional und erheben Selbstzweifel wohingegen andere von einer Fülle an blitzartig auftretenden Fragen fast erschlagen werden. Andere wiederum bleiben ganz gelassen auf dem Boden der Tatsachen und erkennen einen schnellen Handlungsbedarf.

Bewahrt unbedingt Ruhe, priorisiert eure nächsten, persönlichen Schritte und vergesst niemals, dass dort, wo eine Tür zufällt, sich eine andere Tür öffnen wird! Mit der Zeit werdet ihr das Erlebte in einem positiven Licht sehen.

Die nächsten Schritte

Fragen wie "Was soll ich nur tun?", "Wie soll ich nur meine Rechnungen bezahlen?" oder "Was habe ich nur falsch gemacht?" werden euch das Leben zu Anfang etwas schwer machen. Schreibt euch diese Fragen am besten auf. Ihr habt erst dann Gewissheit, wenn ihr die Kündigung in schriftlicher Form vorliegen habt. Alle anderen Arten der Kündigung sind rechtlich unwirksam! Erklärt euch nicht sofort mit der Kündigung einverstanden und unterschreibt diese nur, wenn an der Rechtswirksamkeit keine Zweifel mehr bestehen.
Des Weiteren unterliegt eine ordentliche Kündigung durch Arbeitgeber und im gleichen Maße durch Arbeitnehmer einigen gesetzlichen Vorschriften wie etwa die Einhaltung einer Kündigungsfrist. Stichhaltige und eindeutige Informationen werden euch an dieser Stelle nur das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) im § 622 liefern können. Bei schweren Vergehen wie sexueller Belästigung am Arbeitsplatz müssen die Kündigungsfristen nicht eingehalten werden.

Sollte der Arbeitnehmer mit der Kündigung nicht einverstanden sein, so kann innerhalb einer Frist von drei Wochen beim zuständigen Arbeitsgericht Widerspruch eingereicht werden. Legt eine Kündigung immer einem Anwalt eures Vertrauens vor und lasst diese prüfen. Gute und spezialisierte Rechtsanwälte aus Hamburg, Berlin oder München nehmen sich gerne solchen Fällen an. Experten zum Thema Kündigung findet ihr aber natürlich in jeder Stadt.

Es ist nur allzu oft der Fall, dass der Arbeitnehmer vor Gericht Recht erhält und eine Abfindung fordern darf. Bevor ihr aber einen waschechten Rechtsstreit mit eurem ehemals hochgelobten Arbeitgeber einleitet, müsst ihr umgehend, und es gibt in diesem Moment wirklich nichts Wichtigeres, den Verlust des Arbeitsplatzes bei der örtlichen Agentur für Arbeit melden. Um sich einen zweiten, unnötigen und vor allem zeitraubenden Gang zum Amt zu ersparen, nehmt zur Vorlage euren Personalausweis, eure Lohnsteuerkarte, den Sozialversicherungsausweis, einen eventuell vorhanden Nachweis über früher vom Arbeitsamt erhaltenes Geld sowie einen Arbeitsnachweis der vergangen 12 Monate mit. Mit diesen Unterlagen steht einer schnellen Beantragung des Arbeitslosengeldes nichts mehr im Wege. In den meisten Fällen habt ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld in Höhe von 60 Prozent eures letzten Nettoeinkommens. Sollte ein Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht bestehen, so empfiehlt es sich dennoch, als arbeitssuchend bei der Agentur für Arbeit vorstellig zu werden, um weiterhin Rentenalter und Rentenansprüche anrechnen zu lassen.

Eine Umschulung kann neue Perspektiven aufzeigen

Nachdem man ein negatives Erlebnis halbwegs überwunden hat, stellt sich bei vielen Menschen die Zeit des Umbruchs ein. Es soll eine neue Lebensphase Einzug halten. Manche nennen es einen "fundamentalen Neuanfang". Vielleicht habt ihr in eurer freien Zeit festgestellt, dass ihr in eurem bisherigen Beruf nie wirklich glücklich wart und es Zeit ist, daran etwas zu ändern. Die Arbeitsagentur bietet ein breites Angebot von Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten an, welche euch neue Perspektiven im Berufsleben aufzeigen können. Börsenseminare oder Imkerschulung – alles ist dabei. Wie die Schulungsangebote im Einzelnen aussehen, erfahrt ihr direkt bei eurer zuständigen Arbeitsagentur oder anderen Trägern. Informiert euch in jedem Fall! Vielleicht öffnet sich schon hier die vorher angesprochene, neue Tür in Form eines neuen Berufsbildes oder einer Selbstständigkeit für euch.

Die Arbeitslosigkeit – wenn die Grundfesten erschüttert werden

Ihr glaubt gar nicht, wie viele Menschen aufgrund einer beruflich negativen Erfahrung, wie zum Beispiel einer Kündigung, einen völlig neuen Lebensweg eingeschlagen haben. Unterhaltet euch mit einigen Leuten und ihr werdet feststellen, dass ihr zum einen nicht die Einzigen auf der Welt seid, die dieses Problem haben und zum anderen könnt ihr von deren gemachten Erfahrungen nur profitieren. Lasst euch nicht aufgrund eines mangelnden Selbstwertgefühls ins Bodenlose fallen, aber kommt zur Ruhe und denkt einige Zeit über die letzten Monate und Jahre eurer Arbeit nach. Fangt an Sport zu treiben und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Informiert euch über interessante Angebote bei der örtlichen Volkshochschule oder über interessante Praktika in eurer Umgebung. Nicht nur die Arbeitsagentur wird euren Einsatz zu schätzen wissen, sondern auch euer zukünftiger Arbeitgeber. Euch wurde die Entscheidung für einen Umbruch durch eine Kündigung abgenommen, macht etwas daraus.

Und vergesst nie: Das Personal ist das wichtigste Kapital eines Unternehmens!

Bildquelle: hotblack

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