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Das moderne Bewerbungsanschreiben

15 Mai 2011 22:09 von MAWA

tl_files/standard layout/kl170x170.jpgNichts langweilt Personalreferenten mehr als ein mit Floskeln gespicktes Anschreiben. Mehr Erfolg versprechen harte Fakten, die die persönliche Eignung belegen.

An manchen Bewerbungsanschreiben feilt man tagelang. Schließlich soll der geistige Erguss den potenziellen Arbeitgeber vom ersten Absatz an in seinen Bann ziehen und ihn bestenfalls dazu bringen, die Konkurrenzbewerbungen direkt in den Papierkorb zu befördern. Wir empfehlen euch daher, im Anschreiben auf Floskeln und übertriebene Interessensbekundungen zu verzichten. Die Arbeitslast der Personalreferenten ist immens angewachsen. Mit einer aussagekräftigen „Nicht-Standard-Bewerbung“ arbeitet ihr daher dem potenziellen Arbeitgeber zu und beweist somit zugleich Mitarbeiterqualitäten.

Einleitungsfloskeln sind tabu

Im Bewerbungsanschreiben solltet ihr gänzlich auf eine Einleitung verzichten. Sätze wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Annonce im Kreisanzeiger vom 12. März gelesen“ sind inzwischen überholt. Der Bezug auf die Stellenanzeige und eventuelle Chiffrenummern gehören in die Betreffzeile und haben im weiteren Text nichts mehr verloren.
Nach der Begrüßungsformel könnt ihr also gleich damit loslegen, euch im besten Licht darzustellen. Der erste Satz einer Bewerbung sollte die Begründung dafür liefern, dass ihr der perfekte Kandidat für die ausgeschriebene Stelle seid. Das Anschreiben sollte daher mit dem „Killerargument“ beginnen. Personalreferenten lesen sich oft erst einmal den Lebenslauf eines Bewerbers durch, bevor sie sich das Anschreiben vornehmen. Ihr solltet daher im Anschreiben nicht einfach den Lebenslauf noch einmal chronologisch wiederholen.

Knackige Minipräsentation

Ein Bewerbungsschreiben sollte nicht etwa das Begleitschreiben für die Bewerbungsunterlagen darstellen. Es ist vielmehr eine eigenständige, in sich geschlossene Präsentation. Wie bei einem kurzen Vortrag wird hier zusammengefasst, was alles für den Bewerber spricht. Insgesamt sollte das Anschreiben 1700 bis 2200 Anschläge inklusive Leerzeichen umfassen.Wichtig ist, dass ihr euer stärkstes Argument zuerst bringt. Wenn ihr euch von einem Job weg bewerbt, ist immer die derzeitige Position das stärkste Argument. Danach solltet ihr eure weiteren Argumente nach absteigender Relevanz anordnen.

Lebendige Beispiele statt leerer Worthülsen

Abstrakte Formulierungen solltet ihr aus eurem Anschreiben grundsätzlich verbannen. Niemand kann wissen, was der Bewerber mit Worthülsen wie „Organisationstalent“ oder „Kommunikationsstärke“ meint. Ihr solltet daher besser genau benennen, ob ihr beispielsweise Erfahrung als Teamleiter bei großen VIP-Veranstaltungen habt oder ob ihr geübt darin seid, anderen den Rücken freizuhalten. Wichtig ist in jedem Fall, dass ihr eure persönliche Eignung auf die definierte Jobposition ausrichtet.

Individueller Ansatz weckt Interesse

Erst nachdem ihr alle Fakten aufgezählt habt, geht ihr darauf ein, weshalb ihr euch ausgerechnet auf diese Stelle bewerben möchtet. Wenn die vorigen Argumente schon deutlich für euch sprechen, ist es ohnehin nicht mehr so wichtig, aus welchem Grund ihr euch beworben habt. In anderen Fällen kann der Bewerbungsgrund, beispielsweise eine besonders enge Bindung zum Produkt oder zum Einsatzort, noch ein bedeutendes Argument sein. Es ist daher ratsam, vorab auf einem Blatt Papier zu notieren, was euch zum Unternehmen und zur Stelle assoziativ einfällt. Denn so könnt ihr euren individuellen Ansatz finden.

Das große Finale

Habt ihr all diese Punkte erledigt, beendet ihr das Bewerbungsschreiben mit einer eleganten Schlussformulierung. Den Abschlusssatz solltet ihr nicht im Konjunktiv formulieren. Anstatt „Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen“ sollte dort also beispielsweise stehen: „Ich freue mich, Sie bald persönlich kennenzulernen.“ So demonstriert ihr Selbstbewusstsein.


Hier findet ihr ein Beispiel für ein modernes Bewerbungsanschreiben.

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